FAQs

Wozu braucht man eigentlich einen Tieraugenarzt?


Durch den immensen Anstieg an Wissen sowie diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in den vergangenen Jahrzehnten und den weiter stetig anhaltenden Fortschritt ist es inzwischen schier unmöglich als Tierarzt noch in allen Fachgebieten der Tiermedizin (von den inneren Krankheiten über Dermatologie, Geburtshilfe, Onkologie, Hirnoperationen bis zur Implantation künstlicher Gelenke) auf dem aktuellen Stand zu sein. So kommt es ähnlich wie schon lange in der Humanmedizin auch in der Tiermedizin zu mehr und mehr Spezialisierung.

Eines dieser speziellen Fachgebiete ist die Augenheilkunde (Ophthalmologie). Mit ihrer Hilfe ist es möglich, Ihrem Tier in vielen Fällen das Sehvermögen zu erhalten oder wiederherzustellen, in denen dies noch vor einigen Jahren nicht möglich war. Ebenso können häufig auch schmerzhafte Veränderungen am Auge besser erkannt werden. Neben entsprechender Erfahrung sowohl in der Erkennung der Erkrankung als auch in ihrer Behandlung braucht es hierzu eine spezielle Ausrüstung, deren Anwendung zum einen häufig viel Übung erfordert und die oft auch bei den geringen Fallzahlen von Augenpatienten in einer allgemeinen Praxis nicht erschwinglich sind. Ziele der Behandlung sind nach Möglichkeit der Erhalt des Sehvermögens – und wo dies nicht möglich ist zumindest das Erreichen von Schmerzfreiheit.

Ebenso kann die Untersuchung dem Ausschluss von Augenerkrankungen bei Ihrem Tier dienen, z.B. zum möglichst weitgehenden Ausschluss erblicher Augenkrankheiten bei Zuchttieren oder zum Ausschluss einer eventuellen Augenerkrankung als Ursache von beobachteten Verhaltensauffälligkeiten bei Ihrem Haustier.




Muss mein Tier vom Haustierarzt überwiesen werden oder kann ich mein Tier auch ohne Überweisung vorstellen?


Ihr Haustierarzt kann Sie zu uns überweisen, Sie können aber jederzeit auch unabhängig von einer Überweisung einen Termin bei uns vereinbaren. Während wir im Fall einer Überweisung quasi „automatisch“ einen Befundbericht an Ihre überweisende Tierarztpraxis schicken, bitten wir Sie, uns mitzuteilen, ob Sie einen Bericht an Ihre Haustierarztpraxis wünschen oder nicht.

Falls die Augenerkrankung bei Ihrem Tier einen systemischen Hintergrund hat, d.h. eine Allgemeinerkrankung die Ursache dafür sein kann, werden wir Sie bitten, sich für die weitere Abklärung und Behandlung dieser Allgemeinerkrankung an Ihren Haustierarzt zu wenden. Wir sind bestrebt hierbei zum Wohl Ihres Tieres eng mit Ihrer Haustierarztpraxis zusammen zu arbeiten. Sind Sie nicht an uns überwiesen worden, nehmen wir auf Ihren Wunsch hierzu ebenfalls gern mit Ihrer Haustierarztpraxis Kontakt auf.




Wieviel kostet eine Augenuntersuchung meines Tieres?


Die Abrechnung tierärztlicher Leistungen richtet sich in Deutschland nach der „Gebührenordnung für Tierärzte“ (GOT) in der jeweils neuesten Fassung, derzeit von Juli 2017. Hierin sind verschiedenste tierärztliche Leistungen aufgeführt. Diese werden mit dem einfachen bis - auch im Notdienst und an Feiertagen maximal - dreifachen Satz berechnet. Der Rechnungsbetrag ergibt sich aus der Summe der einzelnen Leistungen zuzüglich abgegebener oder angewandter Medikamente und speziellem Material und derzeit 19 % Mehrwertsteuer.
Der Umfang der notwendigen Untersuchungen und der Behandlung kann sehr variieren. Bitte sprechen Sie uns an, wie viel dies im Fall Ihres Tieres voraussichtlich etwa kosten wird. Haben Sie jedoch bitte Verständnis dafür, dass wir telefonisch ohne Vorstellung Ihres Tieres keine genaueren Kostenschätzungen vornehmen können.
Die derzeit geltende GOT finden Sie hier: Gebührenordnung für Tierärzte




Wie läuft die Augenuntersuchung ab? Ist sie schmerzhaft?


Glücklicherweise ist die Augenuntersuchung an sich nicht schmerzhaft. In der Regel läuft sie so ab:
Zuerst fragen wir Sie über die Vorgeschichte Ihres Tieres und der jetzigen Auffälligkeit (Erhebung der Anamnese). Nach Möglichkeit bringen Sie hierzu die Befunde eventuell bereits anderswo erfolgter Untersuchungen und auch die bisher verabreichten Medikamente mit.
Insbesondere Hunde sind ebenso wie Menschen häufig von einem Trockenen Auge betroffen. Deshalb wird anschließend nach einem ersten Blick mit dem Spaltlampenbiomikroskop meist zunächst eine Messung der Tränenmenge durchgeführt. Nach diesem „ Schirmer-Tränen-Test“ und einer genaueren Betrachtung des Kopfes und der Augenstellung aus etwas Entfernung wird eine genaue Untersuchung der Augenumgebung, der Augenoberfläche und der vorderen Augenabschnitte (bis etwa zum vorderen Teil des Glaskörpers) mit dem Spaltlampen-Biomikroskop durchgeführt, das heißt die Augen Ihres Tieres mit verschiedenen Lichtern untersucht. Hierbei werden gleichzeitig die Pupillenreflexe (Verengung der Pupille bei Lichteinfall) und der Blendreflex (Schließen des Auges oder Zwinkern bei hellem Licht) geprüft. Das Testen der sogenannten Drohreaktion ist eine Möglichkeit zu prüfen, ob Ihr Tier sieht. Allerdings ist die Drohreaktion bei jungen Hunden und Katzen häufig erst im Altern von mindestens 12 Wochen auslösbar.
Mit einem speziellen Farbstoff (Fluoreszein) kann dann geprüft werden, ob sich die Hornhaut des Auges stellenweise anfärben lässt (Fluoreszeintest), ob eine eventuelle Wunde der Hornhaut Kammerwasser austreten lässt (Seidel-Test) und ob die Tränennasenkanäle durchgängig sind (Jones-Test).
Die Messung des Augeninnendrucks mit einem Tonometer erfordert eine leichte Berührung der Hornhaut mit dem Gerät. Hierzu kann je nach Tonometer eine vorherige Betäubung der Hornhautoberfläche mit einem Tropfen Oberflächenanästhetikum nötig sein.
Eine komplette allgemeine Untersuchung des Auges wird dann mit der Untersuchung der hinteren Augenabschnitte mit einem direkten oder indirekten Ophthalmoskop abgeschlossen. Je nach Weite der Pupille kann es nötig sein, hierzu zunächst einen Tropfen eines pupillenerweiternden Mittels zu geben. Meist stellt die Pupille dann innerhalb einer halben Stunde weit. Individuell und vor allem bei entzündlichen Reaktionen im Auge kann dies aber auch deutlich länger dauern. Bei der Ophthalmoskopie wird der hintere Bereich des Glaskörpers und der Augenhintergrund, d.h. die Netzhaut (Retina) sowie der Eintrittspunkt des Sehnervens ins Auge beurteilt. Bei einigen Tieren mit wenig Pigment in der Netzhaut ist auch die Aderhaut (Choroidea) sichtbar.
Die Messung des Augeninnendrucks und die Ophthalmoskopie sind nicht bei jeder Fragestellung unbedingt nötig, jedoch ist ohne diese Untersuchungen keine genaue Aussage über den Augeninnendruck und den Zustand des Augenhintergrunds möglich.
Je nach Symptomatik und Fragestellung können noch spezielle weitere Untersuchungen nötig sein, z.B. Spülung des Tränennasenkanals, Untersuchung des Kammerwinkels, Ultraschalluntersuchung des Auges, ein Elektroretinogramm (ERG) zur Prüfung der Netzhautfunktion, Probennahme zur zytologischen Untersuchung u.a.. Eine fotografische Dokumentation kann insbesondere bei bestimmten chronischen Erkrankungen der Hornhaut, der Iris oder des Augenhintergrunds zur Verlaufskontrolle sinnvoll sein.




Sind Augenerkrankungen bei Tieren schmerzhaft?


Es gibt zwar auch schmerzlose Augenerkrankungen, die zur Erblindung führen können (z.B. die „Schäferhund-Keratitis“ oder die Gruppe der Progressiven Retinaatrophien (PRA, ähnlich der Retinitis pigmentosa beim Menschen) oder die bluthochdruck-bedingte Netzhautablösung), aber häufig sind Augenerkrankungen für Ihr Tier schmerzhaft, oft sogar extrem schmerzhaft. Eine möglichst frühzeitige Erkennung und schnell erfolgreiche Behandlung ist deshalb unser unbedingtes Ziel. Während Ihr Tier bei einer plötzlich (akut) aufgetretenen Erkrankung den Schmerz meist deutlich zeigt, indem es das Auge zukneift oder vermehrt blinzelt, eventuell auch das Auge reibt oder insgesamt leidend erscheint, ist dies vor allem bei langsam entstandenen Glaukomen (erhöhter Augeninnendruck) oft nicht der Fall. Dennoch ist bei einem deutlich erhöhten Augeninnendruck davon auszugehen, dass Ihr Tier Schmerzen hat. Eine Behandlung dieser Augen ist auch aus diesem Grund dringend angezeigt.




Kann man das Sehvermögen bei einem blinden Auge wiederherstellen?


Bei manchen Erkrankungen erblinden die Augen irreversibel und selbst bei frühzeitiger Feststellung der Erkrankung bisher ohne eine Möglichkeit therapeutisch einzugreifen. Dies betrifft derzeit noch beispielsweise die Gruppe der erblich bedingten Rückbildung der Netzhaut (Progressive Retinaatrophie, PRA). In anderen Fällen lässt sich häufig mit Medikamenten (z.B. bei der Schäferhundkeratitis, einer Entzündung des Sehnervens oder der Netzhautablösung infolge eines Bluthochdrucks) das Sehvermögen wieder herstellen. Und in wieder anderen Fällen kann dies durch eine Operation erfolgen, z.B. durch eine Linsenoperation bei einer Katarakt (grauer Star, Trübung der Linse) oder inzwischen sogar auch bei einem Netzhautabriss durch ein chirurgisches Wiederanlegen der Netzhaut. Ob eine derartige Behandlung bei Ihrem Tier möglich ist, können wir durch die Untersuchung feststellen.
Beim Glaukom, dem grünen Star, kann es durch den erhöhten Augeninnendruck zur Erblindung kommen. Wird der Druckanstieg schnell erkannt und der Druck unverzüglich gesenkt, erlangt das Auge oft das Sehvermögen wieder. Die Höhe des Druckanstiegs und die Dauer sind hierbei die entscheidenden Faktoren, so dass schnell gehandelt werden muss. Denn bei einer extremen Druckhöhe kann das Auge manchmal innerhalb von Stunden irreversibel erblinden. Erscheint das Auge Ihres Tieres schmerzhaft, eventuell getrübt und reagiert die Pupille nicht auf Licht (wird also bei hellem Licht nicht kleiner), so kann ein Glaukom vorliegen und Sie sollten Ihr Tier möglichst umgehend einem Tieraugenarzt zur Druckmessung vorstellen.




Hat mein Tier Lebensqualität, auch wenn es dauerhaft blind ist?


Antwort folgt bald!




Was kann man tun, wenn das Auge meines Tieres dauerhaft blind und schmerzhaft ist?


Antwort folgt bald!




Wie kann ich meinem Tier Augentropfen oder Augensalben geben?


Hier zeigt das Team der Augentierarztpraxis Oberland in Geretsried Ihnen, wie Sie Ihrem Hund am besten Augentropfen (oder Augensalbe) geben können. Mitwirkende ;-) : Frau Schröder und der Hund Sue (Darsteller) sowie Frau Dr. med. vet. Gabriele Rogge (Sprecherin).





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